Letzte Woche habe ich ja meine Seminararbeit über Kitsch abgegeben:
Wer Lust hat, hineinzuschmökern, bitte sehr!
Oct 27, 2009
Oct 24, 2009
Oct 23, 2009
uni zündelt
Ich kann gar nicht viel dazu sagen, aber was mich noch immer irritiert:
Die Proteste schaden im Moment nur einer Gruppe von Personen: Den Studenten, die im Audimax Vorlesungen hätten.
Was ist das für ein Druckmittel gegen ein Wissenschaftsministerium?
Hat das irgendjemand nur im entferntesten überdacht?
Es hätte wahrscheinlich weitaus größere Hebelwirkung gehabt, wenn man die Kaffeemaschine des Ministers geklaut hätte.
So verkommt der Protest gegen eine wohl wirklich unnötige, aber an der Uni Wien abgeschlossene Umstellung zu einer Feelgood Party der Veranstalter. Wenn man sich die Twitteraccounts ansieht, dann sagen diese Personen von sich, was die "68er" heute von sich denken. Boah, wir sind so toll, weil wir verändern die Welt, nur durch veganes Essen und Mucke.
Wen juckt das? Der Rektor, der die Polizei in die Uni beordert hatte (!), ließ sie wieder abziehen, weil sie nichts zu tun hatte.
Da findet eine Party statt, in die alles mögliche an Demonstationsgründen reinprojeziert* wird, von dem erwünschten Verbot von Abschiebung bis zur Nichtwiedereinführung von Studiengebühren. Einerseits wird lamentiert, dass die Unis zu voll sind, andererseits soll man nicht beschränken, wer auf die Unis darf.
Überhaupt geben die Forderungen, die der »Standard« übrigens sogar mit den Rufzeichen copypastete, teils Rätsel auf. Was soll »Ausfinanzierung« heißen? Ist das ein mir nicht geläufiger terminus technicus? Was heißt »kein Leistungsdruck«? Keine Prüfungen? Oder nur keine Aufnahmeprüfungen? Also kein Leistungsdruck VOR der Uni? Während der Uni? Danach?
»Genug Studienplätze für alle« ____? Für alle die da sind? Für alle die wollen? Für alle auf der Welt?
Wo finde ich diese Forderungen ausformuliert, und nicht nur vorbildlich in 20 Sprachen übersetzt, wie auf der Homepage der Akteure?
Dass das ganze nur ein Bandwaggonhopping zu den Protesten auf der akbild ist, wollen wir jetzt mal vernachlässigen.
http://twitter.com/Unibrennt
http://derstandard.at/1256255681302/Tag-Zwei-Das-Audimax-bleibt-besetzt
http://diepresse.com/text/home/bildung/universitaet/516801
* Ich meine, Dude. #Iran? #Athen?
UPDATE: Mehr zum Thema bei »quatsch«
Die Proteste schaden im Moment nur einer Gruppe von Personen: Den Studenten, die im Audimax Vorlesungen hätten.
Was ist das für ein Druckmittel gegen ein Wissenschaftsministerium?
Hat das irgendjemand nur im entferntesten überdacht?
Es hätte wahrscheinlich weitaus größere Hebelwirkung gehabt, wenn man die Kaffeemaschine des Ministers geklaut hätte.
So verkommt der Protest gegen eine wohl wirklich unnötige, aber an der Uni Wien abgeschlossene Umstellung zu einer Feelgood Party der Veranstalter. Wenn man sich die Twitteraccounts ansieht, dann sagen diese Personen von sich, was die "68er" heute von sich denken. Boah, wir sind so toll, weil wir verändern die Welt, nur durch veganes Essen und Mucke.
Wen juckt das? Der Rektor, der die Polizei in die Uni beordert hatte (!), ließ sie wieder abziehen, weil sie nichts zu tun hatte.
Da findet eine Party statt, in die alles mögliche an Demonstationsgründen reinprojeziert* wird, von dem erwünschten Verbot von Abschiebung bis zur Nichtwiedereinführung von Studiengebühren. Einerseits wird lamentiert, dass die Unis zu voll sind, andererseits soll man nicht beschränken, wer auf die Unis darf.
Überhaupt geben die Forderungen, die der »Standard« übrigens sogar mit den Rufzeichen copypastete, teils Rätsel auf. Was soll »Ausfinanzierung« heißen? Ist das ein mir nicht geläufiger terminus technicus? Was heißt »kein Leistungsdruck«? Keine Prüfungen? Oder nur keine Aufnahmeprüfungen? Also kein Leistungsdruck VOR der Uni? Während der Uni? Danach?
»Genug Studienplätze für alle« ____? Für alle die da sind? Für alle die wollen? Für alle auf der Welt?
Wo finde ich diese Forderungen ausformuliert, und nicht nur vorbildlich in 20 Sprachen übersetzt, wie auf der Homepage der Akteure?
Dass das ganze nur ein Bandwaggonhopping zu den Protesten auf der akbild ist, wollen wir jetzt mal vernachlässigen.
http://twitter.com/Unibrennt
http://derstandard.at/1256255681302/Tag-Zwei-Das-Audimax-bleibt-besetzt
http://diepresse.com/text/home/bildung/universitaet/516801
* Ich meine, Dude. #Iran? #Athen?
UPDATE: Mehr zum Thema bei »quatsch«
Oct 22, 2009
Liebe österreichische Post
Es ist schon okay.
Es ist okay, wenn ihr Öffnungszeiten habt, die nur der Bank Konkurrenz machen.
Es ist okay, wenn ihr innerhalb dieser Öffnungszeiten (x-2)*Schalter geöffnet habt. [x=Anzahl der Schalter, die eine flüssige Kundenabhandlung vorraussetzen würde.]
Ich komme mit all dem zurecht.
Und ich habe einen netten Postboten, der auch wirklich anläutet, bevor er einen Zettel hinterlässt, dass niemand zu Hause gewesen sei.
Ich komme mit all dem schon zurecht.
Aber wie kann es sein, dass ich am gemeinschaftlichen Briefkasten, unten neben dem Haustor, immer wieder Briefe, Ansichtskarten, etc. finde, die an andere Personen adressiert sind?
Es kann ja mal vorkommen, dass man die Post für TOP 12 bei der TOP 11 versehentlich reinsteckt - hey, das ist okay. Die Briefkästen sind auch wirklich eng nebeneinander. Ich kenne meine Nachbarn ja selbstverständlich, und zumindest so gut, dass ich ihnen das vorbei bringen kann.
Absurder wird es, wenn die Hausnummer nicht stimmt. Wenn da zum Beispiel 14 steht, ich mich aber in der 16 befinde. Ich weiß, am Land ist es usus, die Person im Nachbarhaus zu kennen, und ich verstehe den tieferen Sinn, dass man die Verschwesterung untereinander fördern will, vielleicht schreiben sich Hausnachbarn in der Großstadt ja auch noch Briefe, nur: Dudes. Es ist nicht mein Job, ins Nachbarhaus einzubrechen, um dann die Wohnungstür zu suchen, vor der ich die bei uns falsch abgelieferte Post lege.
Aber mein Lieblingsszenario, und es ist leider kein erfundenes, ist folgendes:
Angenommen, ich wohne in der Mariahilferstraße, und in meinem Postkasten finde ich Post für eine Person, die ich nicht kenne - die aber meines Wissens nach auch nicht vor mir in meiner Wohnung gewohnt hat. Ach! Die nächste Zeile offenbart, dass diese Person auch garnicht da wohnen sollte! Der Brief sollte nämlich in die Siebensterngasse gehen!
Ich weiß nicht, ob das etwas ist, was ein Postbote verbocken konnte, weil er die Straßen vermischt hat - es mag sein. Aber diese Form von »pff, ist eh nur Post« hätte ich nicht außerhalb des großen Verteilerzentrums erwartet.
Liebe Damen und Herren der Post:
Ich hoffe, ein bisschen Konkurrenz nach der Privatisierung und Öffnung des Marktes wird euch helfen. Helfen, auf einmal einen Service zu bieten.
Bis dahin, alles gute. Ich geh dann mal für euch die Post austragen.
Es ist okay, wenn ihr Öffnungszeiten habt, die nur der Bank Konkurrenz machen.
Es ist okay, wenn ihr innerhalb dieser Öffnungszeiten (x-2)*Schalter geöffnet habt. [x=Anzahl der Schalter, die eine flüssige Kundenabhandlung vorraussetzen würde.]
Ich komme mit all dem zurecht.
Und ich habe einen netten Postboten, der auch wirklich anläutet, bevor er einen Zettel hinterlässt, dass niemand zu Hause gewesen sei.
Ich komme mit all dem schon zurecht.
Aber wie kann es sein, dass ich am gemeinschaftlichen Briefkasten, unten neben dem Haustor, immer wieder Briefe, Ansichtskarten, etc. finde, die an andere Personen adressiert sind?
Es kann ja mal vorkommen, dass man die Post für TOP 12 bei der TOP 11 versehentlich reinsteckt - hey, das ist okay. Die Briefkästen sind auch wirklich eng nebeneinander. Ich kenne meine Nachbarn ja selbstverständlich, und zumindest so gut, dass ich ihnen das vorbei bringen kann.
Absurder wird es, wenn die Hausnummer nicht stimmt. Wenn da zum Beispiel 14 steht, ich mich aber in der 16 befinde. Ich weiß, am Land ist es usus, die Person im Nachbarhaus zu kennen, und ich verstehe den tieferen Sinn, dass man die Verschwesterung untereinander fördern will, vielleicht schreiben sich Hausnachbarn in der Großstadt ja auch noch Briefe, nur: Dudes. Es ist nicht mein Job, ins Nachbarhaus einzubrechen, um dann die Wohnungstür zu suchen, vor der ich die bei uns falsch abgelieferte Post lege.
Aber mein Lieblingsszenario, und es ist leider kein erfundenes, ist folgendes:
Angenommen, ich wohne in der Mariahilferstraße, und in meinem Postkasten finde ich Post für eine Person, die ich nicht kenne - die aber meines Wissens nach auch nicht vor mir in meiner Wohnung gewohnt hat. Ach! Die nächste Zeile offenbart, dass diese Person auch garnicht da wohnen sollte! Der Brief sollte nämlich in die Siebensterngasse gehen!
Ich weiß nicht, ob das etwas ist, was ein Postbote verbocken konnte, weil er die Straßen vermischt hat - es mag sein. Aber diese Form von »pff, ist eh nur Post« hätte ich nicht außerhalb des großen Verteilerzentrums erwartet.
Liebe Damen und Herren der Post:
Ich hoffe, ein bisschen Konkurrenz nach der Privatisierung und Öffnung des Marktes wird euch helfen. Helfen, auf einmal einen Service zu bieten.
Bis dahin, alles gute. Ich geh dann mal für euch die Post austragen.
Oct 21, 2009
»unique«
Es gäbe über die Zeitschrift der ÖH der Uni Wien, »Unique« viel zu sagen. Dies geschah bis jetzt nicht, weil mich die Themen, die sie zumeist aufgreift, selten interessieren - um dies wirklich ungerecht pauschal zu sagen.
Heute jedoch finde ich meiner Post eine unangenehme Überraschung:
»Unique« hat sich, ab der Ausgabe #07/09, nicht nur ein neues Design, sondern auch neues Papier gegönnt.
Das Design mag ich nicht beurteilen, ich fand das alte jedoch nicht schlimm. Was jedoch ein Problem ist, ist die Wahl des Papiers.
Früher handelte es sich hierbei um gewöhnliches Zeitungspapier, wie man es von Tageszeitungen kennt, und gerne zum Auslegen von Kleintierkäfigen benutzt, da es dafür die richtigen Eigenschaften hat.
Die neue »Unique« ist auf Papier gedruckt, das hierfür gänzlich ungeeignet ist.
Schade. Wo die Zweckdienlichkeit bis jetzt die zuweilen lasche Lektüre ausgleichen konnte, muss sich die Redaktion nun ein bisschen mehr anstrengen. Ich möchte nicht vorurteilen, und bis ich nichts wichtigeres mehr zu lesen habe, wird es noch eine Zeit dauern.
Alles Gute für den relaunch, liebe »Unique«, meine Ratten werden euch sobald nicht mehr sehen.
Update: Zunebst der »unique« war eine Einladung für eine Infoveranstaltung zur UG-Novelle 09, mehr hätte ich erfhren [sic] können, wenn ich am 20. Oktober in der Aula der Uni gewesen wäre.
Heute jedoch finde ich meiner Post eine unangenehme Überraschung:
Das Design mag ich nicht beurteilen, ich fand das alte jedoch nicht schlimm. Was jedoch ein Problem ist, ist die Wahl des Papiers.
Früher handelte es sich hierbei um gewöhnliches Zeitungspapier, wie man es von Tageszeitungen kennt, und gerne zum Auslegen von Kleintierkäfigen benutzt, da es dafür die richtigen Eigenschaften hat.
Die neue »Unique« ist auf Papier gedruckt, das hierfür gänzlich ungeeignet ist.
Schade. Wo die Zweckdienlichkeit bis jetzt die zuweilen lasche Lektüre ausgleichen konnte, muss sich die Redaktion nun ein bisschen mehr anstrengen. Ich möchte nicht vorurteilen, und bis ich nichts wichtigeres mehr zu lesen habe, wird es noch eine Zeit dauern.
Alles Gute für den relaunch, liebe »Unique«, meine Ratten werden euch sobald nicht mehr sehen.
Update: Zunebst der »unique« war eine Einladung für eine Infoveranstaltung zur UG-Novelle 09, mehr hätte ich erfhren [sic] können, wenn ich am 20. Oktober in der Aula der Uni gewesen wäre.
Sep 22, 2009
Lesung im Arenabeisl, Saisoneröffnung
Heute um 20°° Uhr im Arenabeisl lesen verschiedene junge Autoren,
darunter auch ich. Eintritt ist frei, würde mich sehr freuen, möglichst viele Leute dort zu sehen!
darunter auch ich. Eintritt ist frei, würde mich sehr freuen, möglichst viele Leute dort zu sehen!
Sep 14, 2009
geteilt, getrennt, für eine ausstellung zusammengepappt.
Letztes Wochenende hatte ich Gelegenheit, die Niederösterreichische Landesausstellung "Getrennt, Geteilt, Vereint", mit Themenschwerpunkt der Beziehung Tschechien/Österreich, zu besichtigen.
Es war ein Fehler, die drei Ausstellungsorte in 2 Tagen durchzurasen, weil viel Information schon wieder verschwommen ist, aber ich möchte trotzdem versuchen, alles geordnet anzugehen.
Kurz gesagt handelte es sich um eine gut designte Infoveranstaltung, die mit ausreichend vielen Exponaten, die aber nicht zu viele wurden, sehr viel Stimmung machte.
Vielleicht muss man dazusagen, dass eben manche Dinge, wie eine vollständige SS-Uniform allein schon gekonnt schlechte Emotionen erzeugen - Elemente wie diese wurden nur schlecht ausgeglichen, die Grundstimmung der drei Ausstellungsorte, Horn, Raabs und Telč war "Fuck, Nazis sind aber scheiße, Kommunismus auch, Gottseidank ist der Vorhang weg" - und das schien auch so gewollt zu sein. Es wurden direkte Vergleiche zwischen NS- und kommunistischer Zeit gezogen, Propagandaplakate aller Parteien nebeneinander gezeigt - trauriger weise erkennt man viele Sujets aus aktuellen Wahlkämpfen wieder.
In den Orten und auf den Straßen zwischen ihnen wurden mit verschiedenen Kunstaktionen, die dann in Ausstellungsrahmen teilweise erklärt wurden, Emotionen amplifiziert - wenn etwa auf der Straße nach Telč auf einmal in der Landschaft der Schriftzug "Wohin verschwinden die Grenzen" auftaucht, fühlt man sich schon sehr europäisch. Aber ob das auch für die einreisenden Tschechen funktioniert, die den Satz etwa nur ein Drittel so groß daneben geschrieben schätzen können? Überhaupt war die Ausstellung sehr eindeutig an die adressiert, die sich als Österreicher endlich wieder gut fühlen sollen, so war zumindest der Eindruck. Natürlich waren in Telč alle Exponate erst Tschechisch, dann Deutsch, zweisprachig beschriftet, aber leider genauso natürlich war es in Österreich nicht genau so, sondern umgekehrt - ich hätte es nett gefunden, wenn man sich erst durch die unbekannte Sprache lesen hätte müssen, um zu sehen, wo die bekannte Sprache anfängt - vielleicht erkennt man ja Worte wieder?

Telč war als Erzähler der Geschichte Tschechischdeutscher und Deutschtschechischer Künstler erkoren worden, was zu dem gut erhaltenen Jugendstilambiente der Stadt gut passte. Jedoch vermochte die Ausstellung kaum das sie beherbergende Schloss Telč überbieten, was soweit ging, als dass in dessen Burghof verkleidete "Mittelalterliche" das Burgleben nachahmten. Ein Gefühl für Zeitgeschichte kam nur in dem Feuerwehrhaus auf, in dem kurze Pamphlete das Leben einzelner "Volks"zugehörigkeiten im WKII erzählten - wie ging es einem "Tschechen", einer "Deutschen", einem "Juden", einer "Tschechin", einem "Deutschen", einer "Jüdin" im Jahr 33, 38, 42? Man konnte die Pamphlete im Ausstellungsraum sammeln und mitnehmen.

Auch Raabs war ein Ausstellungsort, der der eigentlichen Ausstellung starke Konkurrenz machte - zwar ist die Burg nur mit kostenpflichtiger Führung betretbar, aber dies ist sowieso nur Spitze der dort konservierten Architektur. Überall in Raabs sind alte Mauerwerke gut ins Stadtbild integriert, dass man nach dem nächsten Obliviontor suchen möchte. Eine Kunstaktion mit Schaufensterpuppen ist zwar ein Hingucker, der sich durch den Ort zieht, wirklich beeindruckend sind jedoch verkehrt in den Boden eingesetzte Bäume.


Das Haus, in dem die Ausstellung stattfindet, ist extra zu diesem Anlass restauriert worden, und gibt mit einer 400 Jahre alten Linde im Hof auch einiges her. Im Unterschied zu Telč wurde das Gebäude in der Ausstellung nicht wirklich angesprochen, Platten verdeckten die Wände, so dass es eben genausogut bei mir im Keller gewesen hätte sein können. Allerdings habe ich mich doch grad vorher darüber beschwert, dass in Tschechien zuviel des Hauses im Zentrum stand, also sag ich schon nichts mehr dazu ;) Raabs hatte irgendwie den Fokus "Grenze, und wie Leute damit umgehen", Horn schien sich verstärkt mit den militärischen und politischen Themen zu beschäftigen.

Horn, als größter Ausstellungsort war gut organisiert, und blieb mir auch am stärksten im Gedächtnis. Begrüßt wurde man von Kriegsmaschinerie des ersten Weltkriegs, und ging durch Räume und Jahre bis zum EU-Beitritt Tschechiens. Verwirrend, aber eindrucksvoll war die Vermischung von 2. WK und kaltem Krieg. Neben den verschiedenen Hakenkreuzigen Abzeichen und Nadeln waren etwa die Äquivalenten Sowjetischen ausgestellt. Ein Raum erklärte alle möglichen heraldischen und andere Symbole und ihre Herkunft und Bedeutung, vom Wolf bis zur Menorah, dem Freimaurerlogo, der Schwertlilie, etc. Man konnte aufgezeichnete Telefonate zwischen Staatsoberhäuptern mithören, Schuschniggs Rede vorm deutschen Einmarsch spielte in einem Raum, es wurde gezeigt, wie ein so perfider Rechtsstaat aufgebaut war, in dem Gerechtigkeit nur noch Leid bedeutete. Ein Beispiel, dass mich besonders bewegte, waren öffentliche Bekanntmachungen über standrechtliche Hinrichtungen - wo also im Nachhinein rechtens erklärt wurde, wieso dieser oder jener sofort erschossen werden musste.
Es lohnt sich sehr, die Reise ins Waldviertel zu unternehmen, und es lohnt sich, sich mehr Zeit als nur 2 Tage zu nehmen.
Zum Abschluss noch zwei Dinge zum Sujet der Veranstaltung: in Österreich wurde mit der Fotografie von zwei sich küssenden Frauen, wohl nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs, geworben - dieses Bild sah man in Tschechien garnicht.


Und ein schönes Beispiel Österreichischen Großmuts zeigte sich auf der Rückseite der Broschüre, wo eine kleine Karte von Österreich und Tschechien zeigte, wo die Ausstellungsorte ungefähr zu finden sind.
Die tschechische:

und die österreichische Version der Broschüre.

Es ist schön, dass die Grenzen weg sind. Aber es haben sich wohl noch nicht alle daran gewöhnt.
[UPDATE (22. IX. 2009): Ups, hatte wohl die Fotos von der Broschüre vergessen.]
Es war ein Fehler, die drei Ausstellungsorte in 2 Tagen durchzurasen, weil viel Information schon wieder verschwommen ist, aber ich möchte trotzdem versuchen, alles geordnet anzugehen.
Kurz gesagt handelte es sich um eine gut designte Infoveranstaltung, die mit ausreichend vielen Exponaten, die aber nicht zu viele wurden, sehr viel Stimmung machte.
Vielleicht muss man dazusagen, dass eben manche Dinge, wie eine vollständige SS-Uniform allein schon gekonnt schlechte Emotionen erzeugen - Elemente wie diese wurden nur schlecht ausgeglichen, die Grundstimmung der drei Ausstellungsorte, Horn, Raabs und Telč war "Fuck, Nazis sind aber scheiße, Kommunismus auch, Gottseidank ist der Vorhang weg" - und das schien auch so gewollt zu sein. Es wurden direkte Vergleiche zwischen NS- und kommunistischer Zeit gezogen, Propagandaplakate aller Parteien nebeneinander gezeigt - trauriger weise erkennt man viele Sujets aus aktuellen Wahlkämpfen wieder.
In den Orten und auf den Straßen zwischen ihnen wurden mit verschiedenen Kunstaktionen, die dann in Ausstellungsrahmen teilweise erklärt wurden, Emotionen amplifiziert - wenn etwa auf der Straße nach Telč auf einmal in der Landschaft der Schriftzug "Wohin verschwinden die Grenzen" auftaucht, fühlt man sich schon sehr europäisch. Aber ob das auch für die einreisenden Tschechen funktioniert, die den Satz etwa nur ein Drittel so groß daneben geschrieben schätzen können? Überhaupt war die Ausstellung sehr eindeutig an die adressiert, die sich als Österreicher endlich wieder gut fühlen sollen, so war zumindest der Eindruck. Natürlich waren in Telč alle Exponate erst Tschechisch, dann Deutsch, zweisprachig beschriftet, aber leider genauso natürlich war es in Österreich nicht genau so, sondern umgekehrt - ich hätte es nett gefunden, wenn man sich erst durch die unbekannte Sprache lesen hätte müssen, um zu sehen, wo die bekannte Sprache anfängt - vielleicht erkennt man ja Worte wieder?
Telč war als Erzähler der Geschichte Tschechischdeutscher und Deutschtschechischer Künstler erkoren worden, was zu dem gut erhaltenen Jugendstilambiente der Stadt gut passte. Jedoch vermochte die Ausstellung kaum das sie beherbergende Schloss Telč überbieten, was soweit ging, als dass in dessen Burghof verkleidete "Mittelalterliche" das Burgleben nachahmten. Ein Gefühl für Zeitgeschichte kam nur in dem Feuerwehrhaus auf, in dem kurze Pamphlete das Leben einzelner "Volks"zugehörigkeiten im WKII erzählten - wie ging es einem "Tschechen", einer "Deutschen", einem "Juden", einer "Tschechin", einem "Deutschen", einer "Jüdin" im Jahr 33, 38, 42? Man konnte die Pamphlete im Ausstellungsraum sammeln und mitnehmen.
Das Haus, in dem die Ausstellung stattfindet, ist extra zu diesem Anlass restauriert worden, und gibt mit einer 400 Jahre alten Linde im Hof auch einiges her. Im Unterschied zu Telč wurde das Gebäude in der Ausstellung nicht wirklich angesprochen, Platten verdeckten die Wände, so dass es eben genausogut bei mir im Keller gewesen hätte sein können. Allerdings habe ich mich doch grad vorher darüber beschwert, dass in Tschechien zuviel des Hauses im Zentrum stand, also sag ich schon nichts mehr dazu ;) Raabs hatte irgendwie den Fokus "Grenze, und wie Leute damit umgehen", Horn schien sich verstärkt mit den militärischen und politischen Themen zu beschäftigen.
Horn, als größter Ausstellungsort war gut organisiert, und blieb mir auch am stärksten im Gedächtnis. Begrüßt wurde man von Kriegsmaschinerie des ersten Weltkriegs, und ging durch Räume und Jahre bis zum EU-Beitritt Tschechiens. Verwirrend, aber eindrucksvoll war die Vermischung von 2. WK und kaltem Krieg. Neben den verschiedenen Hakenkreuzigen Abzeichen und Nadeln waren etwa die Äquivalenten Sowjetischen ausgestellt. Ein Raum erklärte alle möglichen heraldischen und andere Symbole und ihre Herkunft und Bedeutung, vom Wolf bis zur Menorah, dem Freimaurerlogo, der Schwertlilie, etc. Man konnte aufgezeichnete Telefonate zwischen Staatsoberhäuptern mithören, Schuschniggs Rede vorm deutschen Einmarsch spielte in einem Raum, es wurde gezeigt, wie ein so perfider Rechtsstaat aufgebaut war, in dem Gerechtigkeit nur noch Leid bedeutete. Ein Beispiel, dass mich besonders bewegte, waren öffentliche Bekanntmachungen über standrechtliche Hinrichtungen - wo also im Nachhinein rechtens erklärt wurde, wieso dieser oder jener sofort erschossen werden musste.
Es lohnt sich sehr, die Reise ins Waldviertel zu unternehmen, und es lohnt sich, sich mehr Zeit als nur 2 Tage zu nehmen.
Zum Abschluss noch zwei Dinge zum Sujet der Veranstaltung: in Österreich wurde mit der Fotografie von zwei sich küssenden Frauen, wohl nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs, geworben - dieses Bild sah man in Tschechien garnicht.


Und ein schönes Beispiel Österreichischen Großmuts zeigte sich auf der Rückseite der Broschüre, wo eine kleine Karte von Österreich und Tschechien zeigte, wo die Ausstellungsorte ungefähr zu finden sind.
Die tschechische:
und die österreichische Version der Broschüre.
Es ist schön, dass die Grenzen weg sind. Aber es haben sich wohl noch nicht alle daran gewöhnt.
[UPDATE (22. IX. 2009): Ups, hatte wohl die Fotos von der Broschüre vergessen.]
Sep 12, 2009
Sep 11, 2009
Chili
300 Gramm Hack
1 Dose rote Bohnen
1 Zwiebel
1 eher kleine Zucchini
1 Maiskolben
100 Gramm Butternusskürbis
0,5l passierte Tomaten
1 Paprika
ordentlich Chilipulver
Pfeffer, Salz, Oregano, Knoblauch.
Maiskolben kurz vorkochen, dann Maiskörner abschaben.
Zwiebeln in Topf anbraten, Hack dazu. Wenn das Hack nur noch wenig rot ist,
alles kleingeschnitten reinwerfen. Eine Tasse Wasser dazugießen.
Aufkochen lassen, Deckel drauf, ziehen lassen, Om nom nom.
Dauert etwa 30 Minuten.
Reicht mindestens für 3 Holzfäller.
1 Dose rote Bohnen
1 Zwiebel
1 eher kleine Zucchini
1 Maiskolben
100 Gramm Butternusskürbis
0,5l passierte Tomaten
1 Paprika
ordentlich Chilipulver
Pfeffer, Salz, Oregano, Knoblauch.
Maiskolben kurz vorkochen, dann Maiskörner abschaben.
Zwiebeln in Topf anbraten, Hack dazu. Wenn das Hack nur noch wenig rot ist,
alles kleingeschnitten reinwerfen. Eine Tasse Wasser dazugießen.
Aufkochen lassen, Deckel drauf, ziehen lassen, Om nom nom.
Dauert etwa 30 Minuten.
Reicht mindestens für 3 Holzfäller.
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