
vor kurzem wurde eva hermann, autorin des buches "das eva-prinzip", moderatorin zuletzt bei ndr, von ebendiesem deutschen sender fristlos verabschiedet.
grund dafür war, dass ihre schriftstellerische tätigkeit und die ansichten, die sie bei jener vertritt, nicht mehr die objektivität erwarten lassen, die eben moderierend gebraucht wird.
auslöser war, dass hermann tags davor bei einer präsentation ihres neuen buches "das prinzip arche noah" gesagt hat, dass im dritten reich vieles schlecht gewesen sei, "wie zum beispiel hitler", aber dass es auch positive aspekte, zum beispiel die rolle der mutter gegeben habe.
wie kommt man dazu, sowas zu sagen?
ich habe das erste buch, "eva-prinzip", nicht gelesen, worum es jedoch darin gehen soll ist der lösungsvorschlag der westlich-dekadenten problemgesellschafts-probleme durch die rückbesinnung der frauen auf ihre häuslichen und gebärmäßigen aufgaben, und das vorziehen von kindern statt karriere, das der gesellschaft helfen würde.
nun. eins muss man ihr lassen, rein theoretisch ist das ein technisch und rational umsetzbarer vorschlag. wenn alles einfacher wäre, und das eine geschlecht arbeitet, das andere schuftet, und logischerweise das, das die kinder rausploppt auch gleich das ist, dass danach aufwischt, es ist ja nachvollziehbar, so ein gedanke des patriarchats, und so weltfremd ja nun auch wieder nicht - schließlich wars ja früher einfach so.
wir haben es also mit einem sentimental/rückbesinnenden, ich sage bewusst nicht "konservativen" lösungsvorschlag zu tun.
"es hat ja früher auch geklappt", quasi, "frauen, zurück an den herd wo ihr herkamt."
doch ob man nun frau hermann folgen kann oder ihr nur insofern recht gibt, als dass sie dann wenigstens als analphabetin in der küche nicht zum schreiben gekommen wäre, es ist gleich, denn ihr vorschlag ist ein absoluter, und als solcher zum scheitern verurteilt wie jede absolute idee in einer demokratischen gesellschaft nur, auf kurz oder lang, fehlschagen kann.
und lassen wir die diskussionen um "die frau" (nicht die hermann) beiseite, ich halte sie für verachtend/verächtlich sinnlos, und kommen wir zum eigentlichen thema. die hermann, und das war ihr ruin, hat gesagt das im zeitraum zwischen 1938 und 1945 in zentraleuropa etwas nicht hundertprozentig abgrundtief hassenswertes passiert ist, und da hört sich der spaß auf.
natürlich, es ist immer ansichtssache und freie meinung, was man gut und schlecht findet, aber nicht hier, und nicht bei diesem thema. und wieso? müssen erst noch alle export-argentinier, zeitzeugen, (ex)*nazis draufgehen, und ihre kinder auch noch, bis man neutral über diese zeit diskutieren kann? das ist schon etwas seltsam, und ich muss an noam chomsky denken, der trotz all seiner amerikakritik immer noch das leben dort vorzieht, weil seiner meinung nach die freie meinung in europa eine doppelmoralige konformitätslüge ist. * "ex" ist leider bewusst in der klammer.
man bedenke, das verkehrssystem hat zentraleuropa aus kosten- und damit meine ich bequemlichkeits-gründen einfach von den nazis übernommen, und volkswagen sind auch noch immer unterwegs, die hermann-göhring-werke in österreich (jetzt voest-alpine) liegen auch nicht still, kurz: vieles aus der nazizeit hat überlebt, und wird heute garnicht als schrecklich angenommen, und würde man, außer als bmw-mitarbeiter natürlich, einen vw-fahrer einen wiederbetätiger nennen?
deutschland und österreich haben die zeitgeschichte einfach noch nicht verarbeitet, das ist nicht schön, aber okay, wenn man sich den rest der welt ansieht, und wie die auch ihre geschichte noch nicht verarbeitet haben. japan, frankreich, england, indien, bosnien, ich brauche keine liste schreiben um klarzumachen was ich meine.
eva hermann hat ein eisen angerührt, das um einiges heißer war als sie wohl dachte. klar, die nazizeit war eine scheißzeit, ich hoffe da sind meine leser meinungseinig, aber es ist einfach eine tatsache das nichts so schlecht ist, und nicht mal der zweite weltkrieg, als dass er nicht auch was gutes gebracht hätte, wenigstens als sekundäres beiwerk. hedy lamarr, grundstein zur mobilfunktechnologie, kalter krieg, internet, französische revolution, demokratie, gerade im krieg bekommen wirtschaft und forschung einen großen push nach vorne. da gibt es zuerst gewinner und verlierer, und nach und nach werden die verlierer immer mehr auch zu gewinnern, bis/weil alle davon profitieren.
ich glaube dass frau hermann nicht recht hat damit, dass die rolle der mütter besser war im zweiten weltkrieg.
dieser beitrag soll nur dikussionsgrundlage sein, ich hoffe einige lassen sich darauf ein.